AB IN DEN STALL:

Eine Freundin von mir wohnt in einer kleinen Ortschaft und dort fand ein Straßenfest zu Gunsten der Aktion Sorgenkind statt. Wir waren natürlich mit der ganzen Familie dabei und halfen an den einzelnen Verkaufsständen tatkräftig mit. Cora und die Tochter meiner Freundin hatten die schwere Aufgabe auf Senta zu achten. Die beiden Mädchen zogen also mit Senta los. Als eine ganze Weile vergangen war, schaute ich mich schon sorgenvoll um, da ich lange nichts mehr von den Kindern gesehen hatte. Meine Freundin beruhigte mich mit den Worten: „Die beiden Großen werden schon aufpassen. Bestimmt haben sie etwas Interessantes bei den Ständen gefunden und sind beschäftigt." Doch als ich die beiden Großen, mit so einem seltsamen Grinsen, alleine wiederkommen sah, machte ich mir doch Gedanken. Auf die Frage, wo denn Senta geblieben sei, schauten sie sich an wie zwei kleine Verschwörer und meinten dann einstimmig: „Die ist gut aufgehoben." Sie ließen mich noch einen Augenblick zappeln, bevor sie mich zu meiner kleinen Tochter führten. Sie hatten sie kurzerhand in den Kaninchenstall gesperrt. Senta saß dort hinter Gittern mit einem Kaninchen auf dem Schoss und es schien ihr einen Riesenspaß zu machen. Ja, sie wollte sogar auf keinen Fall wieder heraus. Vielleicht ist die Idee doch nicht so verkehrt? Schaffen sich deshalb viele kinderreiche Familien auf dem Lande Kaninchen an?
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