DIE ROLLSCHUHE:

Coras Geburtstag stand vor der Tür und sie wünschte sich nichts sehnlicher als Rollschuhe. Ich hatte da so meine Bedenken, da sie schon ohne Rollschuhe den Hang zum Fallen hatte. In den nächsten Tagen zeigte mir Cora alle Kinder mit Rollschuhen an den Füßen um mir zu beweisen das sie das einzige Kind sei ohne diese Dinger. Meine Schwägerin erfüllte ihr schließlich den großen Wunsch und sie bekam ihre Rollschuhe zum Geburtstag. Wir dachten sie würde vor Freude ausflippen. Sofort wurden die Dinger angezogen und sich erst einmal richtig auf die Nase gelegt. Aber wer nun glaubt sie hätte erst einmal genug, der irrt sich gewaltig. Den ganzen langen Tag brachten wir abwechselnd damit zu, unser Kind beim Rollschuhfahren zu halten. Der Verbandskasten stand griffbereit auf dem Stubentisch, damit wir auf die Schnelle Pflaster Nummer fünf anlegen konnten. Dann ging es wieder nach draußen um den nächsten Versuch zu unternehmen. Der Geburtstagskuchen wurde in Rollschuhen eingenommen  und ebenso das Abendbrot. Als Cora völlig erschöpft, aber sehr glücklich, abends in ihrem Bettchen lag, hatte sie bereits drei Meter alleine auf Rollschuhen geschafft. Zu später Abendstunde schlich ich mich heimlich an Coras Bett, in der Gewissheit, dass sie nun tief schlief, um ihr die Rollschuhe auszuziehen.
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