ERNÄHRUNGSSCHWIERIGKEITEN:

Bald hatte sich alles eingespielt und es lief wie am Schnürchen. Wie am Schnürchen lief auch die Milch ins Baby, es schien ein Fass ohne Boden  zu sein, denn es war einfach nicht satt zu bekommen. Als besorgte Eltern wälzten wir Bücher über diese Thematik, um dieses Problem besser in den Griff zu bekommen. Die Lösung lautete - Schmelzflocken ins Fläschchen- und siehe da, unsere Cora zeigte Sättigungserscheinungen. Gleichzeitig nahm unser Wonneproppen an Größe und Gewicht dermaßen zu, dass sie bald nicht mehr in ihr Himmelbett passte. Man soll ein Kind auf keinen Fall überfüttern, las ich dann in einer einschlägigen Zeitschrift. Natürlich wurden die Schmelzflocken rationiert und schließlich ganz weggelassen. Doch damit fing das Problem wieder von vorne an. Wir bekamen unser Baby einfach nicht satt. Heiße Diskussionen und Tausende von Ratschlägen von Leuten, die es gut mit uns meinten, waren die Folge. Was also sollten wir tun? Der Apotheker wusste Rat. Die Milchsorte musste gewechselt werden in eine, die laut Erfahrung besser sättigte. Ich hätte mich natürlich  als unerfahrene Mutter für die weniger gute Babymilch entschlossen, wie er meinte. Wir folgten seinem Rat und siehe da, es hatte Erfolg! Unsere kleine Cora wurde satt und zufrieden und bald schlief sie sogar die Nacht durch. Wir kamen uns vor wie kleine Sieger! Doch einer Mutter machte  man so schnell nichts vor!  Ich machte mir erneut Sorgen. Dazu war eine Mutter schließlich da! Durfte es denn sein, dass sie nur noch vier Malzeiten zu sich nimmt und dann die Nacht über durchschläft? „Die Bücher, Karl! Bitte bring sie mir doch mal, ich möchte mal eben etwas nachschlagen." Nur nicht sagen was ich nachsehen will.  Warum ihn beunruhigen? Väter machen sich immer so schnell um nichts Sorgen!
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