13 Grad Hitze - ab ins Freibad

Es war ein sogenannter Hundesommer, kalt und viel Regen. An diesem Tage war es ganze 13 Grad und Nieselregen und die Kinder sollten Schwimmunterricht haben. Dennoch nahm ich fest an, dass dieser an dem Tag ausfallen würde, aber weit gefehlt. So fuhr ich kurzerhand zum Freibad und schaute mir das ganze Geschehen von der Tribüne aus eine kurze Zeit lang an. Der Lehrer war warm gekleidet und hatte sogar noch einen Anorak übergezogen. Die Kinder, unter ihnen meine Tochter, wurden ins Becken zitiert. Jeder eine Bahn schwimmen so schnell er kann, er nahm die Zeiten ab. Jedes Kind einzeln natürlich die Anderen harrten draußen am Becken aus und zitterten vor Kälte. Das Personal der Schwimmbades
sprach mit an und regte sich
auf darüber angesichts der Kinder,
die blaugefroren, von einem
Bein auf der andere tanzend
am Beckenrand ausharrten.
Einige Kinder fingen sogar an
zu weinen. Ich erspähte meine
Tochter, rief von der Tribüne
aus ihren Namen und zitierte
sie zum heiß duschen und sich
dann sofort an zu ziehen. Die Angst war in ihrem Gesicht zu sehen als sie sich zum Lehrer umschaute. Ich befahl ihr regelrecht mit lauter Stimme, sich sofort unter die heiße Dusche zu begeben und sich anzuziehen. Der Lehrer, erwähnt sei noch das es der gleiche war wessen ich beim Rektor erschienen war, schaute missbilligend zu mir auf. Meine Wut wurde immer mehr, so sagte ich ihm -- er solle es nicht wagen meine Tochter auf zu halten ---. Die anderen Kinder taten mir in der Seele leid und ich kann bis heute nicht verstehen dass Eltern so etwas mit ihren Kindern machen lassen. Das Seltsame war nur, dass im Nachhinein gerade dieser Lehrer mit fast übertriebener Höflichkeit mit mir umging. Entweder aus Feigheit mit mir aneinander zu geraten oder aus reinem Spott mir gegenüber. Dieses ist bis heute nicht geklärt, aber beides durchaus denkbar. Auf jeden Fall ließ er es nicht an meiner Tochter aus, das wäre ihm auch schlecht bekommen. _
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