Der biedere Karneval
Bald darauf fand im Dorf der Karnevalsball statt. Wieder einmal lagen uns unsere Vermieter in den Ohren
doch mit zu kommen,
kostümiert natürlich,
da es da richtig spaßig
zugehen gehen würde.
Gemeinsam mit unserem
Vermieterehepaar wollten
wir dann dran teilnehmen,
denn mit ihnen verstanden
wir uns eigentlich sehr gut.
Was erstaunlich war, denn
sie trugen uns den Dorfklatsch
über uns immer zu, und bei
den anderen Dorfbewohnern
schienen wir schon als
gemeingefährlich zu gelten.
Mein Gatte wählte als Kostüm das eines Scheichs und ich die dazugehörende Haremsdame. Letzteres war für dieses Dorf zu gewagt und kam bald einem Skandal gleich, was wir zu diesem Zeitpunkt als Städter gar nicht bedacht hatten.
Der freie Bauch und der
funkelnde Stein im Bauchnabel,
war dann auch der Höhepunkt
des Ganzen. Die Damen im Saal
hätten am liebsten gleich die
Polizei verständigt als wir so kostümiert eintrafen. Hielt ich mich an der Sektbar auf um das Geschehen erst mal in Augenschein zu nehmen, wurden die Männer von ihren Frauen dort barsch weggeholt, obwohl ich sicherlich keinem zu nahe getreten bin, oder auch nur die leiseste Absicht dazu gezeigt hätte. Trotz allem hatten wir viel Spaß, oder besser gesagt, wir machten ihn uns selber. Dennoch ließ sogar das ziemlich frühe Verlassen des Festes in getrauter Zweisamkeit mit meinem Ehemann, mich als Männer mordendes Ungeheuer bei den Damen in Erinnerung bleiben. So zogen wir es in der Zukunft vor, die Bälle in der Stadt zu besuchen, wenn uns danach war das Tanzbein zu schwingen. _
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