Der besondere Kegelclub
Unsere überaus netten Vermieter ließen mich eines Tages wissen, dass ich doch unbedingt dem Dorfdamenkegelclub beizutreten habe. Ich selber hatte wenig Interesse daran, doch ließ ich mich seitens meines Mannes davon überzeugen, dass es doch nicht weh täte und man schon Opfer bringen müsse um die Dorfbewohner näher kennen zu lernen und milde zu stimmen, zwecks Aufnahme in ihrer Gemeinde. So willigte ich schließlich ein und schritt frohen Mutes, mit Turnschuhen in der Tasche und dem festen Willen mein Bestes zu geben, zur ersten Kegelrunde. Ich betrat den Sal mit fröhlichem " Hallo „, stellte mich als Neuling vor uns ließ mich nieder. Doch niemand schien Notiz von mir zu nehmen. Etwaige Fragen hinsichtlich der Kegelgelder und Ähnlichem, wurden mir zwar höflich beantwortet, dann gab man sich jedoch wieder den Privatgesprächen hin. Ich kam mir ein wenig verloren vor, zumal nur  von lieben Mitmenschen die Rede war, die ich gar nicht kannte.
Dann kamen Strickmuster
und Kochrezepte an die Reihe,
dass Kinder kriegen durfte
natürlich auch nicht fehlen
sowie der Garten. Ich ertappte
mich dabei, wie ich mit einigen " ja, ja das kenne ich auch "  oder " nein wirklich?"  Und ähnlichen Kommentaren mich dazu gehören ließ, um überhaupt etwas zu sagen. Danach wurde erst einmal ausgiebig gespeist mit allem Drum und Dran. Da ich wirklich keinerlei Hunger verspürte, und somit nichts dergleichen bestellte, lediglich einen kleinen Sherry, trafen mich entsetzte Blicke der Anderen. Mir war nicht ganz bewusst ob es mein mangelnder Appetit oder der Sherry war, dass sie dazu veranlasste. Langsam jedoch, nach über einer Stunde, brach zu meiner inneren Verzweiflung, Wut in mir aus, was mich veranlasste zu der Damenschar etwas ungehalten zu sagen " ist die Bahn noch nicht bezahlt, oder machen wir hier ein Kaffeekränzchen? Ich meine nur das könnte man billiger haben." Diese Worte kamen einer mittleren Katastrophe gleich, wie mir die Blicke der anderen Damen bekundeten. Am liebsten wäre ich gegangen, wenn es nicht in dieser Situation wie eine Flucht ausgesehen hätte, was ich auf keinen Fall wollte. Es sah dann so aus, als wolle man mir einen gefallen erweisen als man vorschlug, doch 5 in die vollen zu kegeln. So kam ich dann nach über einer Stunde erstmals in Kugelbesitz, doch schien sich niemand dafür zu interessieren was ich, oder meine Vorgängerinnen zusammen kegelten. Die allgemeine, so spannende Konversation wurde fortgesetzt. Als endlich die zwei Stunden um waren und man sich zum Aufbruch bereit machte, war ich mehr als erleichtert.
Mit dem Vorsatz
" Einmal und nie wieder"
betrat ich dann unser trautes Heim.
Alle angestaute Wut über diesen
Abend konnte ich nun bei meinem
Ehemann loswerden und somit auch ihm den Rest des Abends versauen. Da ich meinen Vorsatz wahrmachte, dem Damenkegelclub, den Rücken zu kehren, brachte mir das, wen sollte es auch wundern, wieder etliche neue Feindinnen ein. Man grüßte mich nicht mehr von Seiten der Damen im Dorf, und man hörte, dass man ja schon immer gewusst habe dass ich ein unmögliches, zänkisches Weib sei mit dem man nicht warm werden konnte. _
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